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Freud und Leid der Imker
Angelika Graf besuchte den Imker Hans-Hagen Theimer im Lehrbienenstand in Haberspoint bei Prutting und informierte sich über die Arbeit des Kreisverbandes Rosenheim über „Bienen und Imker“.
Theimer berichtete über die schwindende Zahl der Bienenvölker in der Bundesrepublik und die mögliche Ursachen. Die zunehmende Monokultur, die zu einer einseitigen Pollenversorgung mit schlimmen Folgen für die Bienen führt, ist ein Grund für den Rückgang. Die Varroamilbe schädigt die Bienenvölker zudem. Um zusätzliche Gefahren durch neue_ Schädlinge für die Bienen zu vermeiden, plädierte Theimer für eine europäische Regelung bei der Einführung neuer Bienenvölker. Diese sollten nicht aus außereuropäischen Ländern eingeführt werden dürfen.
Eine solide Imkerausbildung ist daher der Grundstein für die Völkerführung. Die SPD-Bundestagsabgeordnete empfahl in Anlehnung an den Fischerschein einen „Führerschein für Imker“.
Ein weiteres Problem gibt es für Imker bei der Zuckerzufütterung. Der Ankauf in Lebensmittelgeschäften ist sehr schwierig. Ein Volk benötigt etwa 20kg, die erlaubte Einkaufsmenge von insgesamt5 bis 20kg reicht daher bei weitem nicht aus, um die Tiere artgerecht zu füttern. Aus diesem Grunde müssen wesentlich teurere Bienenfuttermittel eingekauft werden.
Neben dem Honig liefern Bienen mit Propolis ein weiteres Produkt. Propolis gilt als Antibiotikum und die Herstellung in den Imkereien unterliegt zahlreichen gesetzlichen Auflagen. Theimer verwies darauf, dass in Österreich Propolisprodukte als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden dürfen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete sagte ihm hierzu ihre Unterstützung zu und versprach zu prüfen, ob und wie eine österreichische Regelung auch in Deutschland möglich wäre.
Bei einer abschließenden Honig-Brotzeit ließ man die Eindrücke und Anregungen nochmals Revue passieren.