


Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf (SPD) besuchte die Flüchtlingsfamilie Ghafari aus Afghanistan in ihrer Rosenheimer Unterkunft und war zutiefst erschüttert über deren gegenwärtige Lebenssituation.
Frau Ghafari ist gesundheitlich auf Grund einer chronischen Krankheit sehr angeschlagen, Mutter und Tochter sind zudem durch die Flucht und die Trennung der Familie traumatisiert. Die Familie war zusammen aus Afghanistan geflohen und wurde durch Schleuser willkürlich getrennt und in verschiedene europäische Länder gebracht. Der 18-jährige Sohn ist derzeit in Landshut untergebracht. Frau Ghafari und die 7-jährige Tochter verschlug es zunächst nach Ungarn, sie fanden dann aber einen Weg nach Deutschland, um wenigstens in der Nähe des 18-jährigen Sohnes der Familie zu sein. Wie Frau Ghafari Angelika Graf berichtete, wurde sie aber in Ungarn gegen ihren Willen gezwungen, dort einen Asylantrag zu stellen. Sollten Mutter und Tochter jetzt zurück nach Ungarn gebracht werden, droht ihnen die Abschiebung nach Griechenland und damit die familiäre Trennung. „Im Sinne der Menschlichkeit ist eine Familienzusammenführung in Deutschland die einzige Alternative. Eine Abschiebung von Mutter und Tochter würde die Traumatisierung nochmals verstärken, zumal sie ja auch in unsichere Lebensverhältnisse abgeschoben würden“, so Graf. Nur zusammen als Familie könne man die schrecklichen Ereignisse überstehen und auch die Lebenssituation für das 7-jährige Mädchen verbessern. „Für ein kleines Kind ist es sehr schwierig, ohne Freunde in einer fremden Umgebung zurecht zu kommen. Dem Mädchen ist langweilig, sie möchte in die Schule gehen und mit anderen Kindern spielen. Im Moment kann sie aber das Zimmer nicht verlassen, da die Mutter krank ist und diese sie nicht begleiten kann“, erläutert Graf die Situation der 7-jährigen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete appelliert zudem an die bayerischen Behörden, soweit möglich von einer Rückführung von Frau Ghafari mit ihrer Tochter nach Ungarn abzusehen.